TYPOBerlin 2008 - Image

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Zur Person

 

Dieter

 

Telfser

 
 
Portrait Dieter Telfser
 
Südtiroler aus dem Vinschgau mit italienischem Pass und Wien als zweiter Natur: Askese und Luxus, Lust zur Selbstdarstellung und zum Versteckspiel – embodied communication. Zungenfertig und streitbar wie Abraham à Sancta Clara. Formfinder und Zweifler. So steht eine exaltierte Modeperformance an der Bauhaus Universität Weimar quer zu geistlichen Gesprächen im Kloster Marienberg. Wer ihm Arroganz vorwirft, übersieht, dass er in den Agenturen und bei Freunden oft und gegen seine Intention als »Humanizer« wirkt und willkommen ist. Seine Eloquenz, Medienkompetenz und Produktionserfahrung führen zu überraschenden Einsichten. Telfser hadert mit der Welt, die für ihn vor allem Medienwelt ist. Er hatte seinen ersten Macintosh mit 16, ist als Kreativer Autodidakt, arbeitete in Werbeagenturen und beim ORF, entwarf Pläne für ein MediaLab und dokumentiert fotografisch seine Grenzerfahrungen – ein enfant terrible. Sein Blog telfser.com ist eine faszinierende und schillernde Zitterpartie.

[Text: Prof. Gerd Fleischmann]
 
 
 

Achtung—Ächtung (D)

 
Biografische Volten und abenteuerliche Lebenssituationen entwickeln Fähigkeiten, Sachlagen nicht so stehen zu lassen, wie sie nun mal sind. Das hat mit einem ausgeprägt zelebriertem, aber auch nativen Freiheitsempfinden zu tun – jungfräuliches Öl. Die Schärfe der Beobachtung ist auf der einen Seite die lukrativste Würze, auf der anderen Gift gegen die Anpassung. Sie dient dem Zweck, verschiedenen Wahrnehmungsmodellen ihren Eigensinn zurückzugeben. Intuition hat, aus der Sicht eines Adlers, mit jener Gewissheit zu tun, dass Bilder ihre gesellschaftliche Ambivalenz nicht suchen, sondern deren Verwertung unterliegen. Aufmerksamkeit und ihre notwendige Distanz als gestalterisches Raummodell verbinden nicht nur jene Spannung, die das »Geschäft« ausmacht, sondern letztendlich auch sich selbst formt. Der Beitrag ist eine Stunde gelebter Zustand. Er soll Signal sein und Bewegkraft werden für die Veränderung der Umstände, denen wir als Gestalter und Gestalterinnen unterliegen.